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Darum sollten Sie den Fliesenleger auch schon bei Ihrer Planung mit einbinden – Renovierung/Neubau!

Einige Fragen, über die man sich vorab eventuell Gedanken machen sollte

Worauf ist generell bei der Fliesenauswahl zu achten?

Form und Farbe sind natürlich wichtige Kriterien, schließlich soll das Ergebnis ja dem Kunden gefallen. Aber man sollte auch die notwendigen Verlegearbeiten und ihre Kosten im Auge haben. Wenn die ausgesuchte Wandfliese mit einer Bordüre kombiniert werden soll, die weniger dick ist, muss man zum Beispiel mit Kleberaufdickung oder mit Hartschaumplatten nacharbeiten, um eine ebene Fläche zu erhalten. Im Fachhandel sollte dann im Vorfeld auf die zusätzlichen Kosten hingewiesen werden.

Wo fällt eigentlich die meiste Arbeit an? Beim Fliesenverlegen oder bei der Vorbereitung?

Bei der Renovierung ist das Verhältnis 2:1: Zwei Drittel Vorarbeit, ein Drittel Fliesen.

Was gehört alles zur Vorarbeit?

Vor allem Putz- und Mauerarbeiten, um den Untergrund vorzubereiten und Differenzen auszugleichen. Diese Vorarbeit ist übrigens unabhängig von der Fliesengröße. Und: Größere Fliesen machen nicht unbedingt weniger Arbeit.

Kann man nicht einfach die Fliesen überstreichen, wenn man Kosten sparen will?

Das kann ich auf gar keinen Fall empfehlen! Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Farbe sich löst. Hier handelt es sich um reine Augenwischerei!

Wenn neu verfliest wird, werden die alten Fliesen abgeschlagen oder die neuen Fliesen einfach auf die vorhandenen gesetzt?

Meist lässt es sich bis zu zwei Schichten arbeiten. Nur ganz selten sind drei Schichten möglich, ohne die Haltbarkeit zu gefährden. Sind es mehr Schichten, müssen die alten Fliesen abgeschlagen werden. In der Regel lassen die Kunden einmal das Bad renovieren. Bei Bädern, die nach dem Krieg entstanden sind, werden daher meistens neue auf vorhandene Fliesen geklebt. Es gibt aber auch Bauherren, die stören sich an dem Raumverlust. Dann schlägt man besser ab.

Mein Rat zur Reinigung der Fugen?

Eine Zementfuge ist immer ein Schwachpunkt. Fugenreiniger nutzt zwar, aber irgendwann muss man neu verfugen. Oder man nimmt den Mehraufwand in Kauf und wählt im Duschbereich eine Epoxydfuge.

Meine Meinung zu Festpreisen!

Häufig lassen sich die notwendigen Vorarbeiten erst nach dem Abschlagen der alten Fliesen festmachen, deshalb ist eine Festpreisgarantie bei komplexen Badrenovierungen schwierig. Der Fliesenleger wird sicherheitshalber einen Risikozuschlag einkalkulieren, so dass es im Ergebnis für den Kunden sogar teurer kommen kann. Besser ist es daher, im Vorfeld ein Budget festzulegen, das möglichst eingehalten werden sollte. Leider sind noch zu wenig Kunden bereit, darüber offen zu sprechen. Manche befürchten wohl, dass der Handwerker dann daraufhin »genau kalkuliert«. Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Fachhandwerkers gehört deshalb zur Voraussetzung einer guten Zusammenarbeit.

Meine 5 Tipps die mir nach meiner langen Erfahrung als erstes einfallen:

  1. Umfassende Informationen über die Vorarbeiten einholen.
  2. In die »Untergrundarbeit« investieren: Sie ist das A und O.
  3. Prüfen, ob das Abschlagen der Bodenfliesen wirklich notwendig ist. Beim Aufbau eines neuen Fußbodens nach einer Lösung mit Entkopplungsmatte fragen.
  4. Über den Einbau einer bodengleichen Duschwanne nachdenken: Bodengleiche Verfliesung kann von Fall zu Fall u. a. aus Gründen der Abdichtung teurer kommen.
  5. Jedoch sollte man dabei auch an später denken - barrierefrei - in einigen Jahren werden Sie dieses nicht mehr missen wollen!

Zur weiteren Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Eine Checkliste für die Badplanung/-renovierung finden Sie hier (PDF bei Bauemotion.de, 130 KB)

© 2009 Uwe Kleinhenz